Schriftzug des Interviewprojekts Erinnerungswerk Hamburger Feuersturm 1943

Das EHF sammelt durch Interviews die Erinnerungen von Zeitzeug/innen der Bombardierung Hamburgs im Juli 1943. Hierzu vermitteln wir ausgebildete Psychotherapeut/innen als Gesprächspartner, bereiten die Aufzeichnungen der Interviews auf und archivieren sie in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, um sie langfristig zu sichern und der Forschung zugänglich zu machen. 

Auf diesen Seiten informieren wir Sie über den Ursprung und den aktuellen Stand des Projekts und erklären, welche Möglichkeiten bestehen, das EHF zu unterstützen.

Sie haben Fragen oder möchten sich am Projekt beteiligen?

Presse und Aktuelles

Mit einem Aufruf im Hamburger Abendblatt sind wir in das neue Projekt gestartet. Die Resonanz übertraf unsere Erwartungen: Bereits in den ersten Wochen meldeten sich über 100 Zeitzeug/innen, die ihre Erinnerungen weitergeben möchten.


An der Universität Hamburg läuft derzeit eine Vorlesungsreihe unter dem Titel "Gewalt", organisiert von vier Hamburger psychoanalytischen Instituten. 
Dr. Ulrich Lamparter referierte in diesem Rahmen über die psychologischen Folgen des Hamburger Feuersturms, und die Sendung "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" des Deutschlandfunks hat mit ihm darüber gesprochen. 

Für die große Serie zum Feuersturm interviewte das Hamburger Abendblatt Ulrich Lamparter über die Arbeit mit Zeitzeug/innen.

Luftaufnahme von Hamburg-Eilbek nach der Bombardierung im Juli 1943

Der Hamburger Feuersturm

Hamburg gehört zu den im Zweiten Weltkrieg am stärksten zerstörten Städten. Die britischen und amerikanischen Luftangriffe, die zwischen dem 25. Juli und dem 3. August 1943 unter dem Namen "Operation Gomorrha" durchgeführt wurden, hinterließen vor allem östlich der Alster ganze Stadtteile in Trümmern. Mindestens 34.000 Menschen fielen den bis dahin schwersten Angriffen in der Geschichte des Luftkrieges zum Opfer, über 270.000 Wohnungen wurden zerstört. 

Allein die Angriffe in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli forderten über 18.000 Todesopfer. Das massive Bombardement von knapp 1.500 Tonnen Sprengstoff löste in Kombination mit der heißen Witterung einen Feuersturm aus, kaminartige Winde von bis zu 270 Stundenkilometern, die bis zu 1000 Grad heiß wurden. 

Nur noch wenige Menschen, diese Geschehnisse bewusst erlebt haben, können heute noch davon berichten. Ihre Erinnerungen zu sammeln und für nachkommende Generationen zu sichern ist das Ziel des EHF.

Titel des Buches "Zeitzeugen des Hamburger Feuersturms 1943 und ihre Familien", erschienen 2013

Das Vorgängerprojekt

Das Erinnerungswerks Hamburger Feuersturm hat seine Wurzeln in einem abgeschlossenen Forschungsprojekt von Psychoanalytiker/innen und Psycholog/innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in Kooperation mit Historiker/innen der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Seit 2003 wurde anhand von 243 Einzel- und Familiengesprächen insbesondere die familiäre Weitergabe von Traumata untersucht. 2013 erschienen die Ergebnisse dieses umfangreichen Projekts bei Vandenhoeck & Ruprecht.

Logo des Erinnerungswerks Hamburger Feuersturm

Unsere Aufgabe

Im neuen Projekt steht nicht die Analyse, sondern das Sammeln selbst im Vordergrund. Dabei wird das bestehende Netzwerk genutzt: Bislang beteiligen sich 26 Therapeut/innen aus dem Hamburger Raum ehrenamtlich im EHF, unter dessen Leitung möglichst viele Erinnerungen an den Hamburger Feuersturm gesammelt werden sollen.

Im Februar 2019 hat das EHF in seiner aktuellen Form die Arbeit aufgenommen. Erste Aufrufe im Hamburger Abendblatt zeitigten eine große Resonanz: Bereits über 150 Zeitzeug/innen haben sich gemeldet, die Ihre Erinnerungen teilen möchten.

Das EHF sucht laufend nach Zeitzeug/innen sowie qualifizierten Interviewpartner/innen und bringt beide zusammen. Wir versorgen die Interviewer/innen mit technischer Ausrüstung und allen notwendigen Dokumenten. 

Die fertigen Interviews verschriftlichen wir, damit Sie abschließend der FZH zur Archivierung übergeben werden können.

Logo des Deutschlandfunks

An der Universität Hamburg läuft derzeit eine Vorlesungsreihe unter dem Titel "Gewalt", organisiert von vier Hamburger psychoanalytischen Instituten. 

Dr. Ulrich Lamparter referierte in diesem Rahmen über die psychologischen Folgen des Hamburger Feuersturms, und die Sendung "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" des Deutschlandfunks hat mit ihm darüber gesprochen. 

Außenaufnahme der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, in der die Interviews mit Zeitzeugen archiviert werden

Die Archivierung

Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg ist das größte historische Forschungsinstitut der Region und betreibt mit der Werkstatt der Erinnerung ein umfangreiches lebensgeschichtliches Archiv unter der Leitung von Dr. Linde Apel.
Hier lagern über 2.000 Interviews, darunter auch diejenigen aus dem EHF-Vorgängerprojekt. Auch die im Rahmen des EHF geführten Gespräche sollen hier langfristig aufbewahrt und der Forschung zugänglich gemacht werden.

Das Team des EHF

PD Dr. med. Dipl.-Psych. Ulrich Lamparter
hat das EHF im Frühjahr 2019 gegründet und leitet das Projekt seitdem. 

Er ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin sowie ausgebildeter Psychoanalytiker. Von 1985 bis 2016 war er am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf an der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie tätig. Im von ihm aufgebauten und bis 2017 geleiteten Adolf-Ernst-Meyer-Institut Psychotherapie werden Psychotherapeuten aus- und weitergebildet. 


Hendrik Althoff
hat in Hamburg im B.A. und M.A. Deutsche Geschichte studiert und zur hamburgischen Geschichte des 20. Jahrhunderts geforscht.
Im EHF ist er für die Koordination der Interviews, die technische Betreuung und für die Website zuständig. 

Das EHF wird unterstützt von:

Logos der Unterstützer: FZH, UKE, MBI, AEMI, Mahnmal St. Nikolai, Diakonie Hamburg, Hamburger Abendblatt